Gruppenbild anlässlich des 100. Jubiläums im Jahre 1967

 

... damals

Feuer bedeutet Licht, Wärme, Leben - gleichzeitig ist es jedoch Symbol der Zerstörung, von Vernichtung und Tod. Schon die Bewohner von Pfahlbauten hatten Mühe, ihr Feuer unter Kontrolle zu halten. Oft genug gingen ihre Siedlungen in Flammen auf, wie ausgegrabene Dorfanlagen beweisen. Erst die kontrollierte Verwendung und Erzeugung des Feuers bedeutete einen der entscheidensten Schritte in der kulturellen Entwicklung der Menschheit. Von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart zieht sich, was die Brandbekämpfung betrifft, eine ununterbrochene Folge von Ärger, Not und Plage, ein ständiger Wechsel von Anstrengung und Nachlässigkeit, Erfolg und Versagen im Kampf gegen lodernden Brand.

Das antike Rom kannte bereits eine feste Organisation gegen Brände. Unter Kaiser Augustus gab es eine Löschmannschaft von 600 Sklaven. Im Jahre 6 nach Christus stellte man eine kasernierte Truppe von 7.000 freigelassenen Sklaven auf, zu deren Aufgaben auch das Löschen von Bränden gehörte. Denn der leichtsinnige Umgang mit Öllämpchen, Fackeln und Kohlebecken waren die Ursachen dafür, dass mehrmals täglich Brände im damaligen Rom ausbrachen. Oft weiteten sich solche Brandherde zu riesigen Stadtbränden aus, ganze Stadtteile gingen in den Flammen unter. Am bekanntesten ist wohl der von Nero gelegte Brand, der sechs Tage und Nächte lang wütete.

Als bekanntester Stadtbrand im Mittelalter wird oft der Brand des Stadtkerns von Dresden genannt. Dresdens Brand steht in Deutschland natürlich nicht vereinzelt da. Von den deutschen Städten gingen beispielsweise durch Brände in folgenden Jahren mehrfach zugrunde:

Berlin: 1348, 1380,1659,1680, 1720, 1730, 1809

Hamburg:
1072, 1287, 1606, 1615, 1672, 1673, 1676, 1684, 1814, 1842

Köln:
881, 1114, 1376, 1404, 1435, 1445, 1593

München:
1227, 1288, 1327, 1418, 1429, 1434, 1460, 1505, 1674, 1729, 1750

Gerade solche Stadtbrände zeigten immer wieder, dass man zur Feuerbekämpfung nicht bereit, schlecht organisiert, nicht ausgerüstet, zu wenig zahlreich oder zu spät alarmiert - kurz, den Anforderungen nicht gewachsen war.

Die Städte erließen wohl Feuerlöschordnungen, in denen der Brandschutz zur allgemeinen Bürgerpflicht erklärt wurde und hielten Löschgeräte bereit. Doch zeugen die zahlreichen Berichte über Brandkatastrophen, dass dies alleine noch nicht ausreichend war.

Auf einen so nahe liegenden Gedanken, dass eine besondere Gefahr auch einer besonderen Abwehr bedurfte, die nicht mit Dienstverpflichtung der Bürger in einer Pflichtfeuerwehr zu erbringen war, sondern den Einsatz einer besonders motivierten und geschulten Truppe erfordert, kam vorerst niemand.

Diese notwendige Folgerung erkannte erstmals 1846 der Stadtbaumeister Christian Hengst, der zusammen mit Bürgern der Stadt Durlach ein freiwilliges Löschkorps gründete und sich verpflichtete bei jeder Brandgefahr helfend einzugreifen. Damit hatten sie den Grundstein zur Entwicklung des modernen und erfolgreichen Feuerlöschwesen gelegt. Es sprach sich in Windeseile herum, dass eine feste freiwillige Organisation die unabdingbare Grundlage einer zielbewussten Brandbekämpfung war.

Die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Haßfurt dauerte dennoch bis Anfang 1867. In den Januartagen des Jahres 1867 gab ein Brand in Haßfurt den Anlass zu einer Versammlung. Bei den Löscharbeiten wurde mehr als deutlich, dass  die bestehende Feuerlöschordnung sehr mangelhaft war. 170 Bürger gründeten daraufhin eine Freiwillige Feuerwehr unter Führung des Ersten Kommandanten dem Baumeister Kaspar Brehm. 124 Mann, eingeteilt in Steiger-, Spritzen- und Ordnungsmannschaften, standen unter seinem Befehl. Urkundlich erwähnt wird die Freiwillige Feuerwehr Haßfurt erstmals am 24. Februar 1867. Trotz einer für heutige Verhältnisse sehr einfachen Ausrüstung konnte die Wehr in den folgenden Jahren gute Erfolge bei Bränden in Haßfurt und der Umgebung erzielen

 

Doch schon in den Kriegsjahren 1870 bis 1871 kam eine Krise für die damals junge Wehr. Die Einberufung der jungen Leute führte zu personellen Engpässen. Auch die Wehrführung wurde dadurch betroffen, ein laufender Wechsel in diesen Jahren kennzeichnet dies. So zeigt sich beim Studium der Chronik bis in die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts ein lebhaftes Auf und Ab. Erst mit dem Spenglermeister Friedrich Schober begann ein neuer Geist in die Wehr einzuziehen, und eine stetige Fortentwicklung zeigte sich auch durch den Neuzugang junger Leute.

Im Laufe der Jahre brachten nicht nur ein guter Mannschaftsstand und eine gute Ausrüstung der Wehr, sondern vor allem fähige Männer in den Führungspositionen eine Aufwärtsentwicklung mit sich. So der oben genannte Friedrich Schober als auch Christian Elsen, der von 1908 an, mit Unterbrechungen durch die Kriegsjahre (in diesen Jahren führte der 2. Kommandant Josef Stößel die Wehr), 29 Jahre als Erster Kommandant die Wehr anführte.

Hier zeigte sich, dass mit einer Führungspersönlichkeit auch die Kriegsjahre 1914 bis 1918 überstanden wurden. Ein Meilenstein in der Haßfurter Feuerwehrgeschichte stellte die erste Motorspritze dar, die 1933 angeschafft wurde. Es handelte sich um eine Magirus-Lafettenspritze, die eine Leistung von 1000 Litern pro Minute brachte.

Die Jahre des 2. Weltkriegs stellten die Wehr und ihre Führung erneut vor schwierigste Aufgaben. Durch den her stationierten Löschzug unter Leitung von Hans Ankenbrand mussten sogar Einsätze bei Nürnberg und Frankfurt am Main bewältigt werden. Um die Lücken zu schließen, die durch die Einberufung der jungen Männer entstanden waren, wurde es nötig, eine Frauen- und Mädchengruppe zu bilden. Gerade in den letzten Kriegstagen stand diese bei Fliegerangriffen und Bränden ihren „Mann“. Nach den Wirren und Nöten des Kriegsendes übernahm Josef Elsen 1946 die Führung.

Als wieder geordnete Verhältnisse herrschten, wurde er 1948 in einer Wahl in seinem Amt bestätigt. Die in Haßfurt verbliebenen Fahrzeuge des Löschzuges bildeten einen guten Grundstock für den Wiederaufbau der Wehr.

 

Gründung des Feuerwehrvereins im Jahre 1952

Auch der 1952 gegründete Feuerwehrverein, half manch finanziellen Engpass bei der Beschaffung von Feuerlöschgeräten, von feuerwehrtechnischen Ausrüstungsgegenständen und Einsatzbekleidung überbrücken. 1951 wurde der Freiwilligen Feuerwehr im Zuge des Erweiterungsbaues zur Oberschule eine neue Unterkunft geschaffen. Sie befand sich zwar in günstiger Lage, erwies sich aber bald als zu klein. Ein weiterer Markstein war 1953 die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs. Die Ausbildung mit Leistungsprüfung begann in der Wehr bereits im Juni 1963. Im gleichen Jahre macht die Erweiterung des Aufgabenbereiches der Feuerwehr die Anschaffung eines Ölschadenanhängers erforderlich. Damit nahm eine Entwicklung ihren Anfang, die heute mit technischen Hilfeleistungen (THL) einen Großteil der Einsätze bildet. Auch im Übungsbereich und in der Gerätepflege brachte dies erhöhte Anforderungen an Mannschaft und Führung. Da 1966 Kommandant Josef Elsen die Altersgrenze erreichte, wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung Willibald Roth zum Nachfolger gewählt. Er stand mit der Wehr im Jahre 1967 vor der Aufgabe die Einhundertjahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Haßfurt zu veranstalten.

In den folgenden Jahren brachte der erweiterte Aufgabenbereich der Feuerwehr es mit sich, dass auch die Zahl der Aktiven vergrößert wurde. Fahrzeugausstellungen und gezielte Werbung brachten akzeptablen Erfolg. Auch der Gerätepark wurde erneuert und vervollständigt, lediglich die Unterbringung war mehr als mangelhaft. 1978 übernahm 2. Kommandant Reiner Schuster die Wehrführung.

Nachdem Reiner Schuster im Jahre 1989 zum Kreisbrandinspektor berufen wurde, leitete sein Stellvertreter Josef Jüngling als 1. Kommandant die Geschicke der Wehr bis zu seiner Berufung als Kreisbrandrat zum 1.1.1997. Im Amte als 1. Kommandant folgte ihm Wolfgang Kreh, der im Jahre 1999 aus beruflichen Gründen den Platz für Gabriel Finger frei gemacht hatte. Gabriel Finger, der auch für die acht Stadtteilfeuerwehren als federführender Kommandant zuständig ist, wurde im Jahre 2005 in seinem Amt bestätigt und für weitere sechs Jahre gewählt, jedoch trat er wegen privaten Gründen zum 31.12.2008 von seinem Amt zurück. Martin Volpert übernahm ab 01.01.2009 den Posten des 1. Kommandanten.

 

Der Fuhrpark der FF Haßfurt vor der Gerätehalle im Jahr 2007

 

...heute

Im Laufe der letzten zwanzig Jahre sind die Anforderungen an die Freiwillige Feuerwehr Haßfurt weiter gestiegen. Diese Entwicklung wird auch durch die gestiegene Zahl der Einsätze untermauert. Die Vielfältigkeit der Einsätze wird allein durch die statistischen Werte nicht widergespiegelt. Im Jahre 1980 mussten die Haßfurter Feuerwehrleute zu 47 Einsätze ausrücken. Diese teilten sich in 24 Brandeinsätze und 23 Einsätze THL (technische Hilfeleistung). In den Jahren 2000 bis 2006 waren es durchschnittlich 200 Einsätze pro Jahr, wobei inzwischen der Anteil der Einsätze mit technischer Hilfeleistung zwischen 50 und 70 Prozent ausmacht.

 

 

Für die Sicherstellung des flächendeckenden Brandschutzes ist die Kommune (Gemeinde, Markt, Stadt) zuständig. Zu diesen Pflichtaufgaben gehört auch die Ausrüstung der gemeindlichen Einrichtung Feuerwehr mit den erforderlichen Fahrzeugen, der feuerwehrtechnischen Ausstattung, der Einsatz- und Dienstbekleidung sowie eines geeigneten Standortes (Feuerwache/Gerätehaus). Betrachtet man die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Haßfurt im technischen Bereich, so muss man feststellen, dass diese Wehr in den 140 Jahren ihres Bestehens mit der technischen Entwicklung Schritt gehalten hat.

Im Mai 1999 wurde die erste neu beschaffte Drehleiter (DLK-23/12) in Dienst gestellt. Diese löste die von der WF - Siemens Berlin gebraucht gekaufte Drehleiter, Baujahr 1976 ab.  Auch in den nächsten Jahren müssen die Verantwortlichen sowohl in der Feuerwehr als auch bei der Stadt dafür Sorge tragen, dass der Fuhrpark modernisiert und damit den weiter steigenden Anforderungen in der Einsatzpraxis Rechnung trägt.
DLK 23/12  

 

Beim Standort der Freiwilligen Feuerwehr Haßfurt, der offiziell seit Mai 1984 „An der Mittelmühle“ beheimatet ist, hat sich bis zum Jubiläumsjahr 2007 so Einiges getan: Die längst überfällige Neuorganisation des Personal- und Schulungstraktes wurde endlich in Angriff genommen. Eine Planungsgruppe der Feuerwehr hat hier eng mit den Verantwortlichen der Stadt und dem zuständigen Architekten zusammengearbeitet. So konnte sichergestellt werden, dass in der Bandbreite zwischen zwingend Notwendigem und finanziell Machbarem ein bestmögliches Ergebnis herauskommt.

 

Das neue Gerätehaus im Jahre 2007

 

Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif

Die Unterbringung und Ausrüstung einer Freiwilligen Feuerwehr ist entgegen der viel verbreiteten Meinung (auch mancher Politiker) nicht Prestigeobjekt oder „Spielzeug“ der Feuerwehrleute sondern stellen u.a. die für den Ernstfalleinsatz unverzichtbare Mindestausstattung an technischem Gerät dar.

Dadurch kann die Feuerwehr bei entsprechender Ausbildung den in Not geratenen Bürgerinnen und Bürgern schneller und effektiver die erforderliche Hilfe angedeihen lassen. Daher kann sich die Bevölkerung einer Gemeinde oder Stadt glücklich schätzen, wenn ihre Feuerwehr zeitgemäß ausgestattet und ausgebildet ist, denn dadurch ist man dem Ziel des flächendeckenden Brandschutzes und der öffentlichen Sicherheit einen Schritt näher gekommen.

Durch Motivation und Engagement in dem Ehrenamt Freiwillige Feuerwehr werden wir, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Haßfurt, auch weiterhin für die Sicherheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger Sorge tragen:


   
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