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Vor kurzem konnte die Freiwillige Feuerwehr Haßfurt ihren neuen Einsatzleitwagen in Dienst stellen. Das Fahrzeug verfügt über eine umfangreiche IT-Ausstattung und zahlreiche weitere Führungsmittel. Damit ermöglicht es zukünftig eine deutlich umfangreichere Führungsunterstützung an der Einsatzstelle.

 

 

 

Bereits Ende 2018 begannen die Planungen zur Beschaffung eines neuen Einsatzleitwagen (ELW) der Größe 1. Solche ELW 1 dienen vornehmlich der Führung von Einsätzen in Zugstärke (etwa drei bis fünf Einsatzfahrzeuge). Größere ELW 2 sind dagegen zur Führung von Großeinsätzen vorgesehen und werden nur auf Landkreisebene oder in Großstädten vorgehalten. Unzählige Stunden investierte ein mehrköpfiges Team in die Ausschreibung und Beschaffung des nun in Dienst gestellten ELW der FF Haßfurt. Als Fahrgestell fiel aufgrund des Ausschreibungsergebnisses die Wahl auf einen MAN TGE mit 180 PS starkem Dieselmotor. Der Ausbau wurde von der Firma Funk und Fahrzeugbau Frey im nahegelegenen Nüdlingen (Lkr. Bad Kissingen) realisiert. Die räumliche Nähe ermöglichte eine enge Absprache und genau auf die Bedürfnisse zugeschnittene Ausgestaltung des ELW. Die gesamten Beschaffungskosten beliefen sich auf etwa 160.000 Euro. Bezuschusst wurde die Beschaffung von der Regierung von Unterfranken mit über 30.000 Euro. Herzstück des hochmodernen Fahrzeugs ist die umfangreiche technische Ausstattung. Gesteuert wird diese größtenteils über ein CAN-Bus-System der Firma Inomatic. Für die nötige Ausfallsicherheit sorgt ein Akkupack, das den Betrieb auch ohne laufenden Motor für mehrere Stunden ermöglicht.

Zur Kommunikation an der Einsatzstelle, mit anderen Fahrzeugen und der Leitstelle verfügt der ELW über vier festverbaute Digitalfunkgeräte, sowie ein Analogfunkgerät. Vorgerüstet ist er außerdem für die Installation von zwei weiteren Funkgeräten für das stadteigene Betriebsfunknetz. Hierüber soll zukünftig das noch im Aufbau befindliche elektronische Sirenenwarnnetz der Stadt Haßfurt angesteuert werden können. Einerseits ist damit die reine Sirenenauslösung möglich, die im Normalfall jedoch durch die Integrierte Leitstelle erfolgt. Darüber hinaus können bei Gefahr aber auch Sprachdurchsagen zur Warnung der Bevölkerung im gesamten Stadtgebiet erfolgen. Neben der Funkausstattung verfügt das Fahrzeug über einen Router mit redundantem Zugang zu zwei Mobilfunknetzen, sowie eine Telefonanlage. Die Bedienung der kompletten Kommunikationstechnik erfolgt im Fahrerhaus und an zwei Arbeitsplätzen über das Funkbediensystems LARDIS der Firma RTM / elw-tec. Hierüber ist auch die Vernetzung des ELW mit dem Feuerwehrgerätehaus, dem in Beschaffung befindlichen Abrollbehälter „Aufenthalt“ und dem ELW der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung des Landkreises Haßberge möglich. Zur mobilen Kommunikation stehen weiterhin ein Tablet, zwei Schnurlostelefone und neun Handfunkgeräte zur Verfügung.

Neben der Kommunikationstechnik sind im ELW drei PCs verbaut. Zwei davon können von den beiden Arbeitsplätzen im Fahrgastraum verwendet werden. Der dritte PC kann durch Drehen des Beifahrersitzes vom Fahrerhaus aus, oder auch von außen benutzt werden. Zum Betrieb außerhalb des Fahrzeugs und als Rückfallebene wird außerdem ein Notebook mitgeführt. Wichtigstes Programm auf allen Rechnern ist die Einsatzführungssoftware Fireboard. In dieser sind beispielsweise wichtige Einsatzinformationen wie Hydranten- und Gebäudepläne gespeichert. Weiterhin werden hier die Lagekarte, Einsatzmittelübersichten und das Einsatztagebuch geführt. Neben jeweils zwei Bildschirmen für die beiden Arbeitsplätze kann im Innenraum ein fünfter Bildschirm zur Lagedarstellung bei Besprechungen genutzt werden. Zur Lagedarstellung vor dem Fahrzeug kann außerdem hinter der Schiebetür ein Auszug mit einem größeren LCD-Monitor ausgefahren werden. Über einen HDMI-Switch können auf den Bildschirmen die Inhalte aller drei PCs, sowie weiterer Geräte dargestellt werden. Wichtige Dokumente können außerdem über ein DIN A3-Multifunktionsgerät ausgedruckt, oder per Fax empfangen und versendet werden.

Abseits der elektronischen Technik verfügt der ELW auch über einige analoge Ausstattung. Die wichtigsten Einsatzinformationen werden beispielsweise als Redundanz zusätzlich in Ordnern mitgeführt. Neben üblichem Büromaterial kann für Lagebesprechungen auf der Schiebetür ein Whiteboard angebracht werden. Im Kofferraum werden Kleinlöschgeräte, Sanitäts- und Verkehrssicherungsmaterial, sowie ein Türöffnungssatz mitgeführt. Um den dauerhaften, autarken Betrieb sicherzustellen, befindet sich hier außerdem ein Stromerzeuger. Zur Lageerkundung werden beispielsweise eine Wärmebildkamera, Ferngläser, ein Dosisleistungs- und ein Kohlenmonoxidwarngerät mitgeführt. Ebenfalls geplant ist die Unterbringung einer Drohne mit Live- und Wärmebild zur Erkundung aus der Luft.

Die Besatzung des ELW soll standardmäßig drei Funktionen umfassen: Den Einsatzleiter, einen Führungsassistenten und einen Führungsgehilfen. Als Einsatzleiter fungiert der jeweils diensthabende Zugführer. Meist ist dies die Kommandantin oder ihr Stellvertreter. Die Position des Führungsassistenten wird durch einen weiteren ausgebildeten Zug- oder ersatzweise einen Gruppenführer übernommen. Der Führungsassistent unterstützt den Einsatzleiter beispielsweise bei der Erkundung der Einsatzstelle oder übernimmt die Führung eines Einsatzabschnittes. Der Führungsgehilfe bleibt schließlich im ELW und bedient diesen. Als Führungsgehilfen fungieren die Mitglieder der 2018 gegründeten Unterstützungsgruppe Führung (UG-Führung). Sie übernehmen im Einsatz die Kommunikation mit der Leitstelle, die Recherche von Informationen, die Lagedarstellung und die Dokumentation des Einsatzes. Die Standardbesatzung von drei Personen wird im Bedarfsfall durch weiteres Personal erweitert.

Insgesamt stellt die Indienststellung des neuen ELW 1 für die Feuerwehr Haßfurt einen bedeutenden Entwicklungsschritt in der mobilen Führungsunterstützung an der Einsatzstelle dar. Gegenüber den überschaubaren Möglichkeiten des bisher genutzten Kommandowagens (Audi Q5), bietet der ELW sowohl hinsichtlich des Platzes als auch der technischen Ausstattung weitaus mehr Potential und Zukunftssicherheit.

 

Hintergrund zum Führungskonzept der Freiwilligen Feuerwehr Haßfurt:

Die Beschaffung des ELW 1 ist ein wichtiger Baustein innerhalb des Führungskonzepts der FF Haßfurt, das seit einigen Jahren nach und nach entwickelt und umgesetzt wird. Den Anfang machte 2018 die Gründung der Unterstützungsgruppe Führung. Mitglieder dieser Gruppe sind interessierte Einsatzkräfte, die in der Führungsunterstützung mitwirken wollen.

Erster Einsatzbereich der Gruppe ist seit Ende 2018 die Besetzung der Einsatzzentrale im Haßfurter Gerätehaus bei Flächenlagen wie Hochwasser oder Unwettern. Mithilfe der Einsatzführungssoftware Fireboard werden dort Einsätze erfasst, priorisiert und die Kommunikation mit den eingesetzten Einheiten abgewickelt. Dieser erste Baustein wurde bereits in mehreren Übungen erprobt und hat sich auch schon bei mehreren Unwettereinsätzen in den vergangenen Jahren bewährt.

Mit dem ELW 1 wird zukünftig nun auch eine verbesserte mobile Führungsunterstützung, also bei alltäglichen Einsätzen außerhalb von Flächenlagen, möglich. Vor allem die Entlastung des Einsatzleiters durch die Übernahme von Verwaltungsaufgaben ist hier das Ziel. Doch auch die Dokumentation der getroffenen Entscheidungen wird immer wichtiger und ist sinnvoll nur mit gesondertem Unterstützungspersonal möglich.

Der nächste Schritt im Ausbau des Führungskonzepts ist die Beschaffung eines Abrollbehälters „Aufenthalt“. Die Indienststellung dieses Behälters ist in den kommenden Monaten geplant. Neben anderen Einsatzzwecken kann mit diesem Behälter schnell eine Abschnittsführungsstelle errichtet werden. Beispielsweise bei länger andauernden Einsätzen, oder auch bei Sicherheitswachen kann hier eine Einsatzleitung eingerichtet werden.

Neben den verschiedenen Bausteinen innerhalb der Feuerwehr Haßfurt ist das Konzept auch mit anderen Stellen vernetzt. So arbeiten etwa die FF Haßfurt und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) des Landkreises mit der gleichen Einsatzführungssoftware. Einsatzinformationen können bei größeren Schadenslagen also unkompliziert weitergegeben werden. Während die UG-ÖEL dann die Unterstützung des Einsatzleiters übernimmt, kann der ELW 1 der FF Haßfurt als Führungsunterstützung für einen untergeordneten Einsatzabschnitt fungieren.

Detailbilder des ELW 1 sind auf der Fahrzeugseite zu finden:

https://www.feuerwehr-hassfurt.de/index.php/ausstattung/fahrzeuge/12-1-elw1

 

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© Feuerwehr Haßfurt

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